Selbst in Umgebungen, die größtmögliche Selbstorganisation und gelebte Eigenverantwortung ermöglichen, kommt es dazu, dass Mitarbeiter nicht das „Gewünschte“ tun. Das, obwohl es doch für Vorgesetzte und Teammitglieder so offensichtlich das Richtige ist?

Diese Frage wird häufiger gestellt, als man gemeinhin annehmen sollte. Die Menschen, die diese Frage stellen, sind darüber oft sehr frustriert. Diese Frustration führt oft zu angespannten Stimmungen und damit früher oder später zu Auseinandersetzungen.
Ein Bespiel abseits des Arbeitskontextes: Ich sitze bei uns im Sessel. Es war ein langer Tag und ich bin gerade zur Ruhe gekommen. Meine Frau kommt ins Wohnzimmer, sieht mich und sagt: „Sind die Fahrräder der Kinder startklar, wie du versprochen hast?!“. Ich druckse rum: „Nö, da muss noch der Reifendruck kontrolliert werden.“ „Dann mach das bitte jetzt“, sagt meine Frau. Ich starte eine Grundsatzdiskussion: „Warum müssen unsere Kinder eigentlich im Januar mit dem Fahrrad fahren?“ (Den Rest kann man sich vorstellen.)
Was ist da schief gelaufen?
Es wurde keine Verbindung aufgebaut. Ich fühlte mich in dem Moment nicht gesehen. Hey, ich hatte einen langen Tag und möchte kurz hier zur Ruhe kommen, zusätzlich wurde mit der Aufforderung jetzt was zu tun – mein Bedürfnis selbstbestimmt zu agieren nicht respektiert.
Was wäre wirkungsvoller gewesen?
„Hi [Kosenamen lasse ich hier mal weg. ;-)], ich sehe, du hast es dir auf dem Sessel gemütlich gemacht. Du hattest sicher einen langen Tag? Denkst du bitte noch daran, die Fahrräder zu checken? Du weißt doch, die Kids freuen sich so darauf Fahrrad zu fahren.“
Effekt: Verbindung! Ich fühle mich gesehen und respektiert. Ich bin nun wahrscheinlich eher bereit, dem geäußerten Wunsch zu folgen.
Dasselbe funktioniert in Arbeitskontexten. Anstatt darüber frustriert zu sein, dass ständige Aufforderungen und Erinnerungen nichts fruchten, probiert es mal damit in Verbindung zu gehen. Über die Zeit wächst so eine vertrauensvolle Beziehung, in der sich die Partner gesehen und respektiert fühlen.
Als ORSC trained Coach lege ich meinen Fokus auf Beziehungen – im Arbeits- wie im Privatleben.