Das ist eine Frage, die von meinen Kindern nicht immer eindeutig beantwortet werden kann, wenn sie zusammen mit Lego etwas gebaut haben. Was bei Kindern noch lustig ist, möchte ich als Agile Coach bei meinen Teams vermeiden. Deshalb ist es wichtig, dass es Klarheit darüber gibt, für wen wir was machen und warum. Und dies nicht nur in den Köpfen der Product Owner, welche die Produktverantwortung tragen.
In einem der Teams die ich gerade begleite, nahmen wir uns zum Beispiel 2 x 2 Stunden Zeit und arbeiteten mit Hilfe des von Roman Pichlers entwickelten Product Vision Boards (PVB). Das PVB ist ein visuelles Werkzeug und dient dazu, wichtige Aspekte wie die Produktvision, Zielgruppe, Bedürfnisse der Nutzer, Kernfunktionen und Geschäftsziele gemeinsam, in Hinblick auf die Ziele des Unternehmens zu definieren.

Im Workshop haben wir unser Wissen zu den Aspekten Zielgruppe, Bedürfnisse, Business Ziele u.a. zusammengetragen. Teilweise haben wir in Kleingruppen diese Aspekte vertieft, um dann unser gemeinsames Verständnis auf dem Product Vision Board festzuhalten.
Meine Aufgabe dabei war es, das Team durch diesen Prozess zu führen und meine Expertise an Stellen einzubringen, wenn sie benötigt wurde. Zum Beispiel bei der Formulierung der Produktvision. Es ist im übertragenen Sinne etwas anderes, ob die Vision klingt wie: „Ich mache im Krankenhaus sauber.“ oder „Ich trage mit meiner Arbeit dazu bei Krankenhauskeime zu beseitigen, damit die Sterblichkeit der Patienten aufgrund solcher Keime um 90% reduziert wird.“
Wir stießen bei unserer Arbeit auch auf „blinde Flecken“, bei denen wir explizit machen konnten, was wir schon länger wussten. „Wir müssen mehr über unsere Nutzer in Erfahrung bringen“. Deshalb waren wir auch sehr glücklich über die Townhall, bei der wir bereits die Gelegenheit ergriffen hatten, Nutzerinterviews zu führen, was wir in der Folgezeit weitergeführt haben.
Wichtig dabei ist allgemein, dass dies ein empirischer Ansatz ist. Man sollte zu Beginn nicht zu viel Arbeit in das Product Vision Board stecken. Wir wollen also in Zukunft regelmäßig überprüfen, ob unsere Daten weiterhin bestimmte Annahmen validieren, oder ob sich Dinge geändert haben und wir daraufhin unsere Ausrichtung anpassen müssen.
Mit Hilfe des Product Vision Boards haben wir begonnen eine Roadmap zu erstellen. Da wir in der Abteilung mit OKRs arbeiten natürlich als OKR Roadmap, aber das wird sicherlich ein nächster Post.
Wie stellt ihr sicher, dass es in euren Abteilungen und Teams ein gemeinsames und geteiltes Verständnis zu Produkt Vision, Strategie und Kundenbedürfnissen gibt?