Für wen lösen wir das Problem eigentlich?

Meine Beobachtung in den letzten Jahren ist, dass Teams, welche eine genaue Vorstellung ihres Kunden haben, einen viel größeren Nutzen schaffen, da sich ihre Gedanken um die von Ihnen zu erzeugende Wirkung für den Kunden und das Unternehmen drehen.

Was ich im Gegensatz aber viel öfter beobachtet habe ist, das viele Teams davon nur eine diffuse oder zumindest nicht transparent und geteilte Idee haben. In User Stories liest man dann z.B. „als Entwickler …“, im Planning gibt es Diskussionen, welche nur von Meinung gestützt sind und nicht von Daten. Wenn die Frage „Wer ist eigentlich unser Kunde?“ kommt, hört man ausweichendes wie: „das sind viele“. Auf konkretes Nachfragen wird weiter gemauert mit: „wir können es ja nicht allen recht machen.”

Melissa Perry über das Verständnis Ihres Produkts und Ihres Kunden.

„Als jemand, der schon seit geraumer Zeit in der Beratung tätig ist, muss ich mich ständig und sehr schnell in verschiedene Branchen einarbeiten. Und das finde ich sehr spannend, weil ich gerne mehr über all die verschiedenen Lösungen und den Mehrwert lerne, den wir bieten. Mein wichtigster Ratschlag lautet daher:

„Konzentrieren Sie sich immer zuerst auf den Kunden und den Mehrwert, den das Produkt bietet.“

Sie sollten also wissen, wer dieser Kunde ist, und genau verstehen, was die Lösung, die er anbietet oder bereits hat, für ihn leistet.
Wie bietet sie einen Mehrwert und warum ist sie ihm wichtig? Wenn Sie sich darauf konzentrieren, können Sie darüber nachdenken, wie der Kunde sie nutzt. Welchen Platz nimmt sie in seinem Leben ein? Und dann können Sie Ihren Fokus erweitern. Selbst wenn ich mich im Gesundheitswesen vertieft habe, musste ich so viele verschiedene Dinge darüber lernen, obwohl ich keinen medizinischen Hintergrund habe. Dabei habe ich mich immer gefragt: Für wen lösen wir dieses Problem?“

Quelle: Von Product Thinking: Episode 227: Inside LinkedIn’s Product Strategy Culture mit Monica Lewis, 11. Juni 2025
https://podcasts.apple.com/de/podcast/product-thinking/id1550800132?i=1000712396811&r=201

Das Wichtigste ist zunächst nicht wie das Kaninchen vor der Schlange Angst zu haben, diese Herausforderung anzugehen. Was kann gemacht werden?

“Get out of the building!”

Andere Abteilungen haben vielleicht schon Kontakt mit Kunden und haben dazu Daten. Die Support-Hotline ist immer ein guter Startpunkt. Entweder man kann Kundengespräche live miterleben, oder von Statistiken profitieren. Der Vertrieb ist auch oft eine gute Anlaufstelle. Vielleicht können hier auch Kunden identifiziert werden, bei denen hospitiert werden kann. Das Ziel sollte immer sein, in einen möglichst direkten und regelmäßigen Kontakt mit relevanten Kunden zu kommen.

Momentan werden in meinem Umfeld dafür Hackathons organisiert, zu denen Kunden eingeladen werden. Diese steigern das gegenseitige Verständnis enorm.

Woher soll man sich als PO die Zeit dafür nehmen? Da hilft es sich Gedanken mit Hilfe des Product Owner Evolution Model zu machen. (Nähere Beschreibung in einem kommenden Post.)

Veröffentlicht von Tom

ORSC™️ trained
 Certified Scrum Professional (CSP-SM, CSPO, CSM) Certified Agile Leadership - ETO
 Kanban Management Professional OKR Champion
 Lego® Serious Play® Facilitator 
bikablo® visualiser 
 Ahoi & Glück auf! 🍀

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