„Mehr Zeit, längere Zeitscheibe, mehr Zeit für Diskussion“, war auf den Post-its beim Plus/Delta auf der Delta-Seite zu lesen.

Das kam nicht überraschend. Zunächst hatte das Team – es kommt nicht aus der Softwareentwicklung und hat deswegen keine Struktur wie z.B. ein Scrum Team – nie Zeit. „Wir haben keine Zeit, wir müssen unsere Aufgaben schaffen“ war die erste Reaktion, die ich auf die Frage nach gemeinsamer Zeit zu arbeiten bekam. Nach einigen Gesprächen und ersten kleinen Versuchen mit praktischen Werkzeugen, waren sie jetzt soweit sich eine Stunde für ein Thema zu nehmen, dass sie schon eine Weile vor sich herschieben.
Eine Stunde hatte ich in einem Hybrid-Setup mit 9 Menschen. 50 Minuten hatte ich geplant und 10 Minuten waren Puffer. Es war dann eine Punktlandung bei Minute 60. Um so mehr freut mich, dass bei ihnen die Erkenntnis reift, dass sie sich für bestimmte Themen Zeit nehmen müssen, auch wenn der reale oder vielleicht auch nur gefühlte Druck von außen immer noch da ist.
Bei Scrum Teams gibt es ja eine Zeitmarke. 1,5 Stunden bei einem 14-Tage Zyklus. Ist das jetzt die Benchmark?
Ich denke, dass es einen flexiblen Umgang mit Zeit braucht. Bei absehbar komplexen Themen können es gerne auch mal zwei Stunden sein, damit das Thema ausreichend beleuchtet werden kann, alle die Möglichkeit bekommen sich einzubringen und das Thema zumindest zu einem Teilabschluss gebracht werden kann. Für Standard-Zyklen ohne besondere Vorkommnisse kann es gerne auch die Light-Version sein. Am besten allerdings in der 1,5 Stunden Timebox, falls wir doch etwas entdecken, was wir vorher nicht gesehen haben. Falls alles passt, können wir ja früher aufhören.