Die glorreichen 12

Die 12 Prinzipien des Agilen Manifests werden gerne stiefmütterlich behandelt. Doch
dienen sie als Leitlinien für agiles Arbeiten und ergänzen erklärend die vier
übergeordneten Werte des Manifests. Sie helfen Teams, Organisationen und
Einzelpersonen dabei, agile Methoden wie zum Beispiel Scrum, Kanban oder Extreme
Programming (XP) sinnvoll und effektiv umzusetzen.

Cover of German comic 'Die Glorreichen 12' showing twelve armed characters ready for battle in a western town.
Cover art for the German western comic ‚Die Glorreichen 12‘ featuring twelve heroes in a dramatic showdown.


Zunächst eine Übersicht, der 12 Prinzipien und wozu sie konkret dienen. Danach ein
Anwendungstipp, wie man im Team über sie ins Gespräch kommen kann.

Übersicht:
✅ 1. Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche
Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.
• Ziel: Den Kunden regelmäßig mit funktionierender Software zu versorgen
• Nutzen: Schnelles Feedback, höhere Zufriedenheit, Aufbau von Vertrauen


✅ 2. Heiße Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen.
Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
• Ziel: Flexibilität gegenüber sich ständig ändernden Bedingungen
• Nutzen: Bessere Anpassung an Markt und Kundenbedürfnisse


✅ 3. Liefere funktionierende Software regelmäßig innerhalb weniger Wochen oder
Monate und bevorzuge dabei die kürzere Zeitspanne.
• Ziel: Kurze Entwicklungszyklen (z. B. alle 2–4 Wochen)
• Nutzen: Frühzeitige Wertschöpfung und schnelles Lernen


✅ 4. Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich
zusammenarbeiten.
• Ziel: Enge Kommunikation zwischen Business, Fachlichkeit und Technik
• Nutzen: Gegenseitiges Verstehen, bessere Lösungen


✅ 5. Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und
die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe
erledigen.
• Ziel: Vertrauen und Eigenverantwortung fördern
• Nutzen: Höhere Qualität und Engagement

✅ 6. Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb
eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu
Angesicht.
• Ziel: Direkte Kommunikation bevorzugen
• Nutzen: Schnellere Entscheidungen, weniger Missverständnisse


✅ 7. Funktionierende Software ist das wichtigste Fortschrittsmaß.
• Ziel: Fokus auf Kundennutzen steigernde Ergebnisse
• Nutzen: Klarer Fokus auf Wertschöpfung


✅ 8. Agile Prozesse fördern nachhaltige Entwicklung. Die Auftraggeber, Entwickler
und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können.
• Ziel: Kein Burnout, konstantes Arbeitstempo, Verlässlichkeit
• Nutzen: Langfristige Produktivität


✅ 9. Ständiges Augenmerk auf technische Exzellenz und gutes Design fördert
Agilität.
• Ziel: Sauberer Code, gute Architektur
• Nutzen: Leichtere Anpassung und Wartung


✅ 10. Einfachheit — die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren — ist
essenziell.
• Ziel: Komplexität vermeiden
• Nutzen: Effizienz und Klarheit


✅ 11. Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch
selbstorganisierte Teams.
• Ziel: Teams entscheiden selbst über das „Was“ (PO) und das „Wie“ (DEV)
• Nutzen: Kreativität, Verantwortung, bessere Lösungen


✅ 12. In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden
kann und passt sein Verhalten entsprechend an.
• Ziel: Kontinuierliche Verbesserung (z.B. durch Retrospektiven)
• Nutzen: Lernkultur und stetige Optimierung

Anwendungstipp:
Ein Weg, um im Team über die Prinzipien ins Gespräch zu kommen, ist die Agile Uhr. Auf
z.B. einem Flip zeichnet man, eine Uhr mit 12 Markierungen. Jede Markierung steht für
ein Prinzip. Dann teilt man das Team in 4 Gruppen auf. Jede Gruppe bekommt 3
Prinzipien, zu denen sie je eine Visualisierung und ein Hashtag finden sollen. Die
Ergebnisse werden auf dem Flip mit der Uhr gesammelt. Nach dem Verständnisfragen
zu den Prinzipien geklärt sind, kann eine weitere Aufgabe sein, die zwei Prinzipien zu
finden, zu denen das Team Verbesserungspotential sieht, z.B. mit Hilfe von Dotvoting.
Danach können mögliche Maßnahmen zur Verbesserung diskutiert und beschlossen
werden. Die Agile Uhr kann später in den Teamraum gehängt werden.
Remote wir alles auf z.B. Miro gemacht und die Uhr kann zum Videocall-Hintergrund des
Agile Coaches werden.

Wie geht ihr mit den Prinzipien um? Welche der Prinzipien laufen bei euch schon gut? An welchen müsst ihr noch arbeiten?

Veröffentlicht von Tom

ORSC™️ trained
 Certified Scrum Professional (CSP-SM, CSPO, CSM) Certified Agile Leadership - ETO
 Kanban Management Professional OKR Champion
 Lego® Serious Play® Facilitator 
bikablo® visualiser 
 Ahoi & Glück auf! 🍀

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