Strategie – Bring dich voll ein, oder such dir was anderes zum Spielen

Mit Teams arbeite ich momentan auf Produktebene mit dem Product Vision Board und der Go-OKR-Roadmap von Roman Pichler. Übergeordnet gibt es seit kurzem Abteilungs-Objectives. Bei der Arbeit an unseren Team-Objectives kam immer wieder die Frage auf: Wohin will eigentlich die Firma? Da die OKR-Initiative in der Abteilung entstanden ist, gibt es noch kein MOAL (Midterm Goal) oder gar Company-Objectives. Eine Strategie für die Firma in der Form, dass jede/r auf jeder Ebene des Unternehmens benennen könnte, wird erst erarbeitet.

Play in American Football


So begann ich mich wieder intensiver mit dem Thema Strategie zu beschäftigen. Eine interessante Beschreibung fand ich im Buch „Playing to Win“ von Lafley & Martin. Sie definieren Strategie so:

„(…) Strategie ist ein integrierter Satz von Entscheidungen, die das Unternehmen in seiner Branche einzigartig positionieren, um einen nachhaltigen Vorteil und einen überlegenen Wert im Vergleich zur Konkurrenz zu schaffen.“
(Playing to win, Lafley & Martin, 2024, S.11)

Die Autoren nennen fünf Entscheidungsfragen die Wahlkaskade. Sie lauten: Was ist das Ziel? Wo spielen wir? Wie gewinnen wir? Welche Kernfähigkeiten brauchen wir? Welches Managementsystem ist nötig? Teilweise werden diese Fragen auch im Product Vision Board beantwortet. Ich werde, wenn wir beim nächsten Mal in den Teams wieder auf unsere Produktstrategie schauen, diese Fragen einbringen.
Dies scheint auch im Sinne der Autoren zu sein, denn sie sprechen in größeren Organisationen davon, dass auf alle Ebenen solche Wahlkaskaden beantwortet werden sollten. Jedes Produkt, jede Abteilung, jede Ebene in der Hierachie für sich, mit dem Wissen um die Anderen angrenzenden Wahlkaskaden.

Sie beschreiben, dass Strategiearbeit ein iterativer Prozess ist, bei dem sich die einzelnen Komponenten gegenseitig bedingen. Das gilt für die Erstellung aber natürlich gerade dann, wenn die initiale Strategie steht. Außerdem sagen sie, dass dieser Prozess nicht die Aufgabe einer kleinen Gruppe von Experten sein muss. Aus meiner Perspektive auch nicht sein sollte, um möglichst viele relevante Stimmen zu hören und das spätere Commitment in das Ergebnis – die Strategie – zu erhöhen.

Das Buch heißt „Playing to Win“. In Deutschland – so mein Eindruck – fremdelt man ja manchmal mit dem Willen zu Gewinnen. „Ich spiele doch aus Spaß“, hört man oft. In meiner persönlichen Erfahrung haben Dinge aber eine größere Chance erfolgreich zu sein, wenn ich mir eine Intention setze. Zum Beispiel: Wie ich mich in einem Termin verhalten will, bis hin zu, was ich in diesem Quartal erreichen will. In diesem Sinne verstehe ich das „Gewinnen“, wie die Autoren es beschreiben. Wenn ich zum Beispiel im Sport mir nicht die Absicht setzte das Spiel zu gewinnen und alles (Faire und Sportliche) tun werde, um das zu erreichen, werde ich gegen einen gleichwertigen Gegner sehr wahrscheinlich als Verlierer vom Platz gehen.

Mein Fazit:
Playin to Win ist ein sehr interessantes, kurzweilig geschriebenes Buch, mit vielen Beispielen aus P&G (Procter & Gamble). Die Essenz wird nach jedem Kapitel zusammengefasst und ist allgemeingültig formuliert. Ich persönlich freue mich darauf es mit meinen Teams auszuprobieren und sehe mich auch dadurch gerüstet im Company weiten Strategieprozess die richtigen Fragen zu stellen.

Veröffentlicht von Tom

ORSC™️ trained
 Certified Scrum Professional (CSP-SM, CSPO, CSM) Certified Agile Leadership - ETO
 Kanban Management Professional OKR Champion
 Lego® Serious Play® Facilitator 
bikablo® visualiser 
 Ahoi & Glück auf! 🍀

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